maennerdepression

Therapie

Kombination aus Medikamenten und Gesprächen ist ideal

Was wirkt, was funktioniert? Von der medikamentösen Behandlung bis zur Psychotherapie - zur Behandlung depressiver Erkrankungen stehen viele Verfahren zur Verfügung, die auch genutzt werden sollten. Es gilt: Jeder Tag ohne Behandlung ist ein verlorener Tag.

„Wer nach dem Sinn des Lebens fragt, ist krank", sagte Freud. „Wer nicht danach fragt, wird krank", sagte dessen Landsmann Viktor Frankl, Begründer der Logotherapie. „Beide Standpunkte lassen sich vereinbaren, wenn wir uns vergegenwärtigen, wie Menschen die Frage nach dem Sinn stellen und welche Art von Sinn sie als Voraussetzung für die Bereitschaft anfordern, in ihrer Welt weiter leben zu wollen", schreiben Dr. B. Hofmann und Dr. N. Hoffmann (Psychotherapie der Depression, Thieme 2000). „Man darf depressive Patienten nicht in ihrem Verlangen nach einer sensationellen Sinnfindung unterstützen. Dadurch werden sie nur noch mehr in sinnleere Verzweiflung […] getrieben. Es geht darum, sie […] auf den Boden der […] konkreten Lebenswirklichkeit herunter zu holen."

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Der Zugang zum depressiven Patienten ist vielschichtig

Die Behandlung einer Depression muss meistens sowohl die Persönlichkeit, die zu Grunde liegende neurobiologische Störung, die seelischen Symptome als auch die sozialen Belastungen, die die Erkrankung auslösen und aufrecht erhalten können, berücksichtigen. Daher werden moderne medikamentöse Therapie und moderne Psychotherapie sinnvoll kombiniert und von einem Facharzt oder in Kooperation mit einem psychotherapeutischen Arzt oder Psychologen durchgeführt.

Der Einsatz nebenwirkungsarmer Antidepressiva soll das Ungleichgewicht in der Konzentration der Neurotransmitter (Serotonin und Noradrenalin) korrigieren und auf Normalpegel regulieren. Damit ist in der Regel eine Stimmungsaufhellung oder eine Dämpfung starker Stimmungsschwankungen verbunden.

Eine begleitende psychologische Kurzzeittherapie hilft, Erkrankung und Lebenssituation anders zu handhaben und Rückfällen vorzubeugen. Eine Kurzzeittherapie ist nach einem halben Jahr beendet, eine längere Behandlung nach spätestens ein oder zwei Jahren. Weitere Verfahren, die dem Spezialisten zur Verfügung stehen, umfassen Elektrokrampftherapie, Schlafentzug und Lichttherapie. Sie sind jedoch auf chronische oder spezielle Depressionen beschränkt.

Die Behandlung erfolgt individuell. Je nach Patient werden die unterschiedlichen Verfahren einzeln eingesetzt oder miteinander kombiniert. Als wichtige Kriterien zur Auswahl von Behandlungsverfahren gilt, dass sie


  • akute und schnelle Hilfe versprechen,

  • unmittelbar verfügbar sind,

  • in den kausalen Störungsprozess eingreifen,

  • durch ausreichende Therapiestudien in kurz- und langfristiger Wirksamkeit belegt sind,

  • nebenwirkungsarm sind und

  • die Risiken von Abhängigkeit und Gewöhnung für psychopharmakologische wie für psychotherapeutische Ansätze gering sind.

Heilungschancen: Auch abhängig vom Persönlichkeitstyp

Menschen, die zu Aggressionen neigen, und solche, die wenige Bindungen zu anderen Menschen eingehen, tragen das größte Risiko, nach einer Behandlung einen erneuten Rückfall zu erleiden. Zu diesem Ergebnis kam eine Untersuchung an der University of Washington, bei der 78 Patienten, die sich von einer Depression erholt hatten, über zwei Jahre (1997 bis 1999) begleitet worden waren. Im Beruf konnten diese Personen ihr aggressives Potential zwar häufig in produktive Kräfte umwandeln, in ihren sozialen Beziehungen scheiterten sie jedoch oft daran, Freundschaften zu knüpfen und zu halten.


Quelle: Literatur beim Verfasser
Autor: Springer Medizin
Stand: Feb 6, 2008


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