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Johanniskraut

Medikamente mit Johanniskraut ab April teilweise rezeptpflichtig

Ab dem 1. April 2009 werden Medikamente gegen Depressionen, die Johanniskraut-Extrakte enthalten, teilweise rezeptpflichtig.





Das betrifft aber nur Präparate gegen mittelschwere Depressionen. Johanniskraut-Präparate mit anderen Anwendungsgebieten, etwa gegen leichte depressive Verstimmungen, bekommen Patienten weiterhin ohneRezept in der Apotheke. Ob ein Präparat verschreibungspflichtig wird, hängt vom Anwendungsgebiet, aber nicht von der Einzeldosis oder der Packungsgröße ab. Darüber informiert die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK). Der Hintergrund für diese Änderung sind grundsätzliche Überlegungen, dass Depressionen ärztlich diagnostiziert und behandelt werden sollten.

"Der Apotheker wird beim Verdacht auf eine nicht diagnostizierte Depression den Patienten auch in Zukunft an einen Arzt verweisen", so Prof. Dr. Martin Schulz, Vorsitzender der AMK. Die antidepressive Wirkung von Johanniskraut-Extrakten setzt verzögert und nur bei regelmäßiger Anwendung ein. Pro Tag sollten 600 bis 900 Milligrammeines standardisierten Extraktes eingenommen werden. Schulz: "In Drogerien und Supermärkten gibt es freiverkäufliche Johanniskraut-Präparate, die nur sehr geringe Mengen Wirkstoff enthalten. Ich rate von einer Einnahme dieser nicht-apothekenpflichtigen Johanniskraut-Präparate ab, da sie erheblich unterdosiert sind."

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Wissenswertes


Johanniskraut (Hypericum) ist eine in Europa weit verbreitete Arzneipflanze, die schon in der Antike geschätzt wurde. Leicht zu erkennen ist sie an ihren leuchtend-gelben Blüten, aus denen beim Zerreiben zwischen den Fingern ein tiefroter Saft austritt. Der Name Johanniskraut bezieht sich auf die Hauptblütezeit, die etwa am Johannistag, dem 24. Juni zur Sonnenwende, stattfindet.

Einige Inhaltsstoffe des Johanniskrauts können die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Aus diesem Grund sollten besonders hellhäutige und zu Sonnenbrand neigende Menschen starke UV-Strahlung (z. B. am Strand, im Solarium) meiden, so lange sie ein Johanniskraut-Präparat einnehmen.


Quelle: Nach Informationen der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA)
Autor: Springer Medizin
Stand: Aug 31, 2009


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