
Studie
Männer können Gefühle schlechter erkennen
Wenn es darum geht, die Gefühle ihrer Mitmenschen zu erkennen, schneiden Männer schlechter ab als Frauen. Das gilt insbesondere für die Emotionen wie Angst und Ekel.
Männer können laut einer Studie den Gesichtsausdruck und die Stimme eines Menschen viel schlechter einordnen als Frauen. Neurowissenschaftler um Oliver Collingnon von der kanadischen Universität Montréal kamen nach Auswertung einer aktuellen Studie zu dem Schluss, dass das weibliche Geschlecht insbesondere Angst und Ekel viel schneller erkennt.
Die Forscher engagierten Schauspieler und ließen sie bestimmte Emotionen durch ihre Mimik oder ein Geräusch darstellen. 23 Männer und 23 Frauen im Alter zwischen 18 und 45 Jahren sahen entweder den Gesichtsausdruck der Schauspieler, hörten den Ausruf oder nahmen beides gleichzeitig war. Anschließend sollten sie die gezeigten Emotionen so schnell wie möglich benennen.
Die Frauen konnten die dargestellten Gefühle viel bessern am Gesichtsausdruck ablesen. Auch die Kombination aus Gesichtsausdruck und Ausruf konnten sie schneller zuordnen. Noch etwas schneller gelang ihnen die Zuordnung der Gefühle, wenn sie statt von einem Schauspieler von einer Schauspielerin dargestellt wurden. Collignon erklärt, dass die Mimik eine wichtige Rolle bei der Wahrnehmung von Gefühlen spielt. Sie aktiviert bestimmte Gehirnregionen, die die Information verarbeiten.
"Bei unserer Untersuchung geht es nicht darum zu zeigen, dass Frauen oder Männer in bestimmten Fähigkeiten überlegen sind", so Collignon weiter. "Ziel unserer Forschung ist es, psychische Störungen besser zu verstehen, die sich stark zwischen Männern und Frauen unterscheiden." Ein Beispiel ist Autismus, eine Erkrankung, die deutlich mehr Männer als Frauen betrifft.





