
Lassen Sie sich helfen!
Gemeinsam gegen die Depression
Auf dem Weg zu einer Auseinandersetzung mit Ihrer Depression sind Sie bereits einen ersten Schritt gegangen, indem Sie sich über diese Krankheit informiert haben. Um eine Depression zu überwinden, kommt es nun darauf an, aktiv zu werden. Sie selbst können etwas dafür tun, damit es Ihnen schon bald wieder besser geht.
Vielleicht sind Sie unsicher, ob Sie wegen Ihrer Beschwerden tatsächlich professionelle Hilfe in Anspruch nehmen sollen oder dürfen. Das ist verständlich. Aber bedenken Sie: An einer Depression zu erkranken ist nichts, für das Sie sich schämen müssten. Machen Sie sich bewusst, dass Ihr Leiden nicht die Folge persönlichen Versagens oder ein Ausdruck von Willensschwäche ist, sondern dass es sich hier um eine Krankheit handelt, deren Auftreten Sie nicht zu verantworten haben.
Psychologischer oder ärztlicher Psychotherapeut?
Eine psychotherapeutische Behandlung führen Psychologische und Ärztliche Psychotherapeuten durch, aber auch Fachärzte für Psychiatrie, Psychotherapie oder Psychosomatik. Die einzelnen Berufsbezeichnungen sorgen im Alltag oft für Verwirrung.
- Ein Psychologischer Psychotherapeuten ist ein studierter Diplom-Psychologe, der eine mehrjährige Zusatzausbildung mit staatlicher Abschlussprüfung absolviert hat. Er darf keine Medikamente (z.B. Psychopharmaka) verschreiben.
- Ein Ärztlicher Psychotherapeut hat Medizin studiert und sich ebenfalls mit einer Zusatzausbildung qualifiziert.
- Ein Psychiater ist ein Arzt, der sich auf das Fachgebiet Psychiatrie spezialisiert hat. Er besitzt nicht notwendigerweise eine psychotherapeutische Zusatzausbildung.
Ärzte dürfen auch eine medikamentöse Therapie durchführen und Psychopharmaka verschreiben.
Es gibt noch mehr Unterstützung
Wenn Sie sich zunächst nicht direkt an einen Psychotherapeuten wenden wollen, können Sie auch mit einer psychosozialen oder psychologischen Beratungsstelle (für Lebensberatung o. ä.) Kontakt aufnehmen. In den Gelben Seiten finden Sie Informationen darüber, wo sich in Ihrer Nähe eine Beratungsstelle in kirchlicher (z.B. Diakonie, Caritas) oder staatlicher/kommunaler Trägerschaft befindet. Ein Beratungsgespräch kann zur Orientierung beitragen, Sie entlasten und Anstoß für weitere Schritte sein.
Eine weitere mögliche Anlaufstelle, die gerade auch als Begleitung zu einer Psychotherapie oder medikamentösen Therapie hilfreich sein kann, sind Selbsthilfegruppen. Dort kann man sich oft in lockerer Atmosphäre - mit Menschen, die Ähnliches durchleben wie man selbst, austauschen, einander Rat und Unterstützung geben und gemeinschaftlich Wege aus der Depression suchen.
Sich nicht verstecken auch nicht Zuhause
Professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, ist wichtig. Aber ebenso bedeutsam ist es, dass Sie auch in Ihrem sozialen Umfeld Unterstützung suchen und Hilfe annehmen. Ziehen Sie sich nicht zurück, haben Sie keine Angst, dass Sie Menschen, die Ihnen nahe stehen, belästigen könnten. Überlegen Sie: wem kann und will ich mich anvertrauen? Vielleicht ist es Ihr Partner, vielleicht ein guter Freund, der Sie ein wenig auffangen und Ihnen Mut machen kann?
Eine Vertrauensperson kann Sie auch ganz konkret unterstützen und Sie z.B. zu einem Therapeuten begleiten oder Ihnen bei der Terminvereinbarung zur Seite stehen. Vielleicht gibt es Menschen in Ihrem Freundes- oder Bekanntenkreis, denen einmal ähnliches widerfahren ist? Sprechen Sie mit ihnen. Sie können Ihnen praktische Tipps geben und Ihnen durch ihre persönlichen Erfahrungen neue Perspektiven aufzeigen.





