Tabuthema Depression

Sie sind nicht allein!

Der unerwartete Tod von Nationaltorwart Robert Enke hat auch jenseits der Fußballwelt große Bestürzung ausgelöst. Nun wurde bekannt, dass Enke jahrelang an Depressionen gelitten hat. Doch aus Angst um seinen Arbeitsplatz und um das Wohl seiner Familie, verschwieg er die Krankheit bewusst. Zeit für uns, über ein Tabuthema zu sprechen, das längst schon keines mehr sein sollte.

Nahezu jeder dritte Bundesbürger im Alter von 18 bis 65 Jahren leidet unter einer psychischen Störung – die meisten von ihnen unter einer Depression.Mit einer Depression sind Sie kein Außenseiter oder "Exot"! Viele Menschen leiden an Depressionen. Bis zum Jahre 2020, so prophezeit die WHO, werden Depressionen weltweit die zweithäufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit sein.Der Schweizer Psychiater Raymond Battegay schreibt: "Die Depression wohnt als Möglichkeit jedem Menschen inne." Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass schätzungsweise 15 von 100 Menschen im Laufe ihres Lebens an einer Depression erkranken. Weltweit sind ca. 340 Millionen Menschen von der psychischen Krankheit betroffen. Auch in Deutschland leidet nahezu jeder dritte Bundesbürger unter einer psychischen Störung, meistens unter einer Depression.

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Depressionen treten häufig im mittleren Alter auf

Am häufigsten erkranken Frauen und Männer im Alter zwischen 25 und 45 Jahren an einer Depression. Hier schlägt sich die Krankheit besonders auf das Arbeitsleben nieder: Leidet ein Arbeitnehmer unter einer Depression, so wird er überaus häufig langfristig krankgeschrieben. Gemessen an den Krankheitstagen von Erwerbstätigen steht die Depression bei den Männern an vierter und bei den Frauen an zweiter Stelle. 10% aller Rentenzugänge wegen verminderter Erwerbsfähigkeit entfallen auf die Diagnose Depression.

Frauen leiden häufiger unter einer Depression

Bei Frauen ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie an einer Depression erkranken, doppelt so hoch wie bei Männern. Der Geschlechtsunterschied bleibt bis ins Alter von 65 Jahren bestehen, dann verschwindet er. Experten gehen allerdings davon aus, dass Männer nicht seltener unter den Symptomen einer Depression leiden, sondern dass die Krankheit bei ihnen lediglich seltener diagnostiziert wird. Dies kann daran liegen, dass Frauen offener über ihr Gefühlsleben sprechen und mit ihren Problemen eher einen Arzt aufsuchen.

Die Zahl der diagnostizierten Depressionen steigt

Depressionen sind in vielen Ländern häufiger geworden, so auch in Deutschland. Hier stieg die Erkrankungshäufigkeit unter den Erwerbstätigen bei den Männern um 10% und bei den Frauen um 13%. Bei jungen Leuten um 25 Jahre besteht heute eine drei- bis viermal höhere Wahrscheinlichkeit, an einer Depression zu erkranken, als dies bei deren Großeltern in diesem Alter der Fall war.

Depressionen können behandelt werden

Auch wenn Schätzungen ergeben haben, dass ca. 15 von 100 Menschen im Laufe ihres Lebens mindestens einmal unter einer Depression leiden, begibt sich nur die Hälfte von ihnen in Behandlung! Dabei kann eine Depression gut therapiert werden. Deshalb nutzen auch Sie im Falle verdächtiger Symptome die Möglichkeit eines Arztbesuches und nehmen Sie gegebenenfalls professionelle Hilfe in Anspruch!


Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes; Battegay, R. (1991). Depression: psychophysische und soziale Dimension, Therapie (S. 11). Bern: Huber.
Autor: Springer Medizin
Stand: Nov 12, 2009


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