Depressionen erkennen

Bin ich depressiv?

Traurigkeit und Niedergeschlagenheit, Selbstzweifel und innere Unruhe – diese Gefühle hat jeder von uns schon einmal erlebt. Sie gehören zur normalen Bandbreite unseres Gefühlslebens und sind Reaktionen auf kleinere und größere Belastungen. Aber was, wenn Freudlosigkeit und Pessimismus übermächtig werden und einen nicht mehr loslassen?

Sich deprimiert und niedergeschlagen zu fühlen, sind normale Reaktionen auf kleinere oder größere Belastungen im Alltag. Die Gründe sind vielfältig: Stress am Arbeitsplatz, finanzielle Sorgen, Beziehungskrach oder etwas ganz anderes. In der Regel gelingt es uns, mit diesen Belastungen gut fertig zu werden, wir können Unsicherheit und Niedergeschlagenheit überwinden und unseren Gefühlshaushalt wieder ins Lot bringen.

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So äußert sich eine Depression

Lesen Sie sich einmal die folgende Beschreibung durch. Unter Umständen finden Sie sich mit Ihren Beschwerden und Beeinträchtigungen dort wieder und erleben die genannten Symptome bei sich selbst. Wenn diese Gefühle stark ausgeprägt sind und über einige Wochen und mehr auftreten, besteht die Möglichkeit, dass Sie an einer Depression leiden. ABER: Nur ein Fachmann kann eine richtige Diagnose leisten. Und die ist wichtig für eine gezielte Behandlung!



  • Möglicherweise haben Sie bemerkt, dass Sie in der letzten Zeit oft niedergeschlagen, bedrückt und traurig sind. Innerlich verspüren Sie nur noch eine große Leere. An Dingen, die Ihnen früher viel Spaß gemacht haben, haben Sie kein Interesse mehr. Es ist, als ob alle Ihre Gefühle abgestumpft sind und Sie sich über schöne Dinge gar nicht mehr freuen können.

  • Vielleicht hat sich auch Ihr Bild, das Sie von sich selbst haben, verändert: Sie zweifeln mehr und mehr an sich und Ihren Fähigkeiten – das Gefühl, eigentlich nichts zu können und zu taugen und nicht viel wert zu sein, schleicht sich ein. Selbstvorwürfe und das Gefühl, im Grunde alles im Leben falsch gemacht zu haben, belasten Sie.

  • Die Zukunft erscheint Ihnen trostlos und wie in schwärzesten Farben gezeichnet. Sie fragen sich, wie Sie den Alltag überhaupt bewältigen sollen. Dauernd spukt die Frage „Wie soll ich das alles bloß schaffen?" im Kopf herum. Dazu gesellt sich womöglich eine innere Unruhe. Sie haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren und geraten fortwährend ins Grübeln – sorgenvolle Gedanken kehren immer wieder und lassen Sie einfach nicht los. Das Leben erscheint Ihnen zunehmend sinnlos.

  • Vielleicht stellen Sie auch fest, dass Sie sich immer weniger und immer seltener zu Aktivitäten aufraffen können und dass Ihnen alles schwer fällt – Sie fühlen sich oft antriebslos, matt, erschöpft und gelähmt.

  • Abends haben Sie Schwierigkeiten einzuschlafen und wachen mitten in der Nacht oder ganz früh am Morgen auf. Unter Umständen haben Sie auch erlebt, dass die Gefühle der Traurigkeit und Kraftlosigkeit morgens besonders stark sind. Den Tag zu beginnen, fällt Ihnen unendlich schwer und Sie fragen sich: „Warum soll ich überhaupt aufstehen?"

Stehen Sie zu Ihrer Depression

Die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, an einer Depression zu leiden, fällt sicher nicht leicht. Vielleicht werfen Sie sich selbst vor: „Stell dich nicht so an!", oder Sie sagen sich: „Ich bin doch nicht verrückt oder krank, ich muss mich nur zusammenreißen und die Zähne zusammenbeißen." Dies ist aber der falsche Weg. Statt die Depression zu verdrängen, sollten Sie zu Ihrer Depression stehen und sich darüber informieren, was Sie dagegen tun können. Damit leisten Sie bereits einen Beitrag zu Ihrer Genesung.


Autor: Springer Medizin
Stand: Feb 6, 2008


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